Trucker Selbstorganisierung

Globale Wirtschaft & grenzüberschreitender Widerstand
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kleener
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Re: Trucker Selbstorganisierung

Beitrag von kleener » 16 Jul 2015, 18:17

Die Situation in Deutschland ist auf jeden Fall noch schlechter. Das ist auch der Grund, warum wir von DE in die Schweiz gezogen sind. Ich bin auch Fernfahrer, wurde aber leider in Zwangsurlaub geschickt. Haben uns dann über [Admin: Spamlink entfernt] eine Hypothek aufgenommen, um unser Eigenheim in der Schweiz zu realiseren, da ich dort eine tolle Stelle bekommen habe.
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Ping Pong
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Re: Trucker Selbstorganisierung

Beitrag von Ping Pong » 06 Sep 2015, 17:22

Nanana, das klingt mir ein wenig wie Spam. Nicht automatisiert, sondern mit einem handgemachten Rahmentext.

admin
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Re: Trucker Selbstorganisierung

Beitrag von admin » 29 Sep 2015, 18:19

Ping Pong hat geschrieben:Nanana, das klingt mir ein wenig wie Spam. Nicht automatisiert, sondern mit einem handgemachten Rahmentext.
Das sehe ich auch so, zumal in einem anderen Thread ziemlich genau dasselbe gepostet wurde.

Lesern sei empfohlen, die Aussage nur als gut gemachte Werbung zu lesen.

Den habe ich den Link aufgesplittet, die Nachricht aber vorerst stehen lassen.

Kuddel
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Re: Trucker Selbstorganisierung

Beitrag von Kuddel » 04 Mär 2016, 18:25

Bereits im November letzten Jahres protestierten mehrere tausend russische Trucker gegen die Einführung eines neuen Maut Systems. Es gab seitens der Regierung Teilzugeständnisse und die Androhung von Repression. Doch die Streikbewegung hat nun einen neuen Höhepunkt erreicht. Es sollen rund 10.000 LKW beteiligt sein.
Die westlichen Medien stürzen sich normalerweise auf jeglichen Protest gegen Putin. Diese massive Streikwelle wird im Westen weitgehend medial ignoriert.

https://utka.noblogs.org/post/2016/02/0 ... terfahrer/

https://utka.noblogs.org/post/2016/02/0 ... evolution/

Kuddel
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Re: Trucker Selbstorganisierung

Beitrag von Kuddel » 22 Mär 2016, 15:21


Kuddel
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Re: Trucker Selbstorganisierung

Beitrag von Kuddel » 13 Apr 2016, 11:33



In Belgien hat sich ähnliches getan wie in Rußland:
In Belgien blockieren Lkw-Fahrer aus Protest gegen eine neue Maut die Autobahnen - und sorgen damit für Lieferengpässe bei Konsumgütern. Das bekommen jetzt auch die Verbraucher zu spüren. Die anhaltenden Proteste der Lastwagenfahrer gegen die Lkw-Maut in Belgien haben in Teilen des Landes zu Versorgungsengpässen geführt. Einigen Tankstellen in der Wallonie ging das Benzin aus. Auch in manchen Supermärkten gab es nach Berichten des Rundfunksenders RTBF Probleme, weil einige Lebensmittel nicht mehr geliefert wurden. Restaurants seien ebenfalls betroffen. Wegen der Protestaktionen sitzen nach Angaben des Bundesverbands Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) auch zahlreiche deutsche Lastwagenfahrer fest. (...)
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 85799.html
Belgien: Polizei löst LKW-Blockaden auf

m Mittwoch riss die Geduld der Behörden: Die föderale belgische Polizei begann damit, erste Bockaden in der Wallonie aufzulösen, mit denen wütende Lastwagenfahrer gegen die neue LKW- Maut in Belgien protestierten. Widerspenstigen drohte die Polizei den Entzug des Führerscheins für 15 Tage und den Verlust ihrer Lastwagen an. Zuvor hatten erste Altenheime und Krankenhäuser im Land Versorgungsengpässe gemeldet.

Bereits am Morgen konnten die Belgier in der Zeitung von „ersten leeren Regalen in Supermärkten“ lesen. Nicht einmal eine Woche nach dem Start der LKW-Maut zeigen die Proteste und Blockaden gegen die Straßengebühr Wirkung. Einigen Tankstellen in den Provinzen Lüttich im Südosten und Hennegau im Südwesten des Landes ging der Sprit aus, weil wütende LKW-Fahrer den Zugang zu einer Raffinerie versperrten.
Auch im Protest gespalten

Die Proteste gegen die seit einer Woche geltenden Straßengebühren unterschieden sich im Süden Belgiens grundlegend von denen im Norden. Während an den Grenzübergängen zu den Niederlanden und Deutschland vor allem nicht vorhandene oder defekte On-Board Units (Obu) für LKW-Staus und Unmut unter Fahrern und Transportunternehmen sorgten, wollten die militanten Demonstranten im Süden die Höhe der Maut auf Autobahnen reduzieren und sie auf National- und Regionalstraßen wieder abschaffen. Auf die Barrikaden gingen dort vor allem kleine, nicht verbandsgebundene Firmen. Sie nehmen die Maut als zusätzlichen Kostenfaktor wahr, der ihre durch die Konkurrenz aus Südosteuropa ohnehin angespannte geschäftliche Lage zusätzlich belastet.

„Die Verzweiflung einiger kleinerer Betriebe in der Wallonie ist groß“, erläutert Bernard Broquesoy, Chef eines der betroffenen Unternehmen. Die Mehrkosten seien erheblich. „Früher mit der Eurovignette habe ich 1250 EUR pro Lastwagen im Jahr bezahlt. Durch das kilometerabhängige neue Mautsystem ist es der gleiche Betrag, jetzt aber zahle ich ihn monatlich.“ Und er fügt sarkastisch hinzu: „Da braucht man nicht studiert zu haben, um zu verstehen, vor welchen Problemen wir stehen.“

Die Aktionen der unzufriedenen Unternehmen, die Zu- und Abfahrten von Logistikzentren blockierten, stellen andere vor Schwierigkeiten. „Die Blockaden verursachen immense wirtschaftliche Probleme“, urteilte Hanne Poppe, Sprecherin der Supermarktkette Colruyt, Mitte der Woche. Aktionen vor den Logistikzentren des Unternehmens in Ghislenghien und Ollignies, beide in der Provinz Hennegau, behinderten die Belieferung der Colruyt-Supermärkte. Lidl, die deutsche Handelskette, war von der Blockade des Logistikzentrums in Courcelles (Hennegau) betroffen. Das Unternehmen beliefert von dort aus 60 Märkte in ganz Belgien. 40 konnte es zu Wochenbeginn nicht mit Frischprodukten versorgen. In den Carrefour-Supermärkten gab es keine Lücken in den Regalen, aber „wir müssen unsere Geschäfte täglich beliefern können“, betont Firmensprecher Baptiste Van Outryve. Wie bei Lidl arbeitete auch das Management in der Carrefour-Zentrale bereits an alternativen Logistikstrategien.

Der belgische Unternehmerverband und die Transportlobbys lehnten die Blockaden ab. Sie seien keine Lösung und behinderten auch LKW-Fahrer, die sich an den Aktionen nicht beteiligen wollten. In „Geiselhaft“ sind durch die Aktionen auch deutsche LKW-Fahrer genommen worden. Ihr deutsches Pendant BGL bat bereits das Bundesverkehrsministerium um „wirksame Unterstützung, um die für Fahrer unerträglich werdende Situation schnellstmöglich zu bereinigen“. Die Europäische Kommission fordert die Lobby auf, „für die Aufrechterhaltung des freien Warenverkehrs in der EU“ zu sorgen.
http://www.dvz.de/rubriken/landverkehr/ ... n-auf.html

Es ist erstaunlich, diese Kämpfe sind den Medien bestenfalls Randnotizen wert. Dabei zeigen sie die Angreifbarkeit des heutigen kapitalistischen Systems. Der Transportsektor hat die Macht die gesamte Wirtschaft lahmzulegen. Die Just-in-Time-Produktion macht den Produktionsablauf noch angreifbarer. Die Streiks in Rußland und Belgien wurden jenseits von gewerkschaftlichen Strukturen organisiert.

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Re: Trucker Selbstorganisierung

Beitrag von Kuddel » 25 Jun 2016, 13:20

Eine aktuellere Zusammenfassung der Situation findet man hier:
http://www.labournet.de/?p=99969

Kuddel
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Re: Trucker Selbstorganisierung

Beitrag von Kuddel » 24 Jul 2016, 15:32

Update aus Rußland:
http://de.labournet.tv/video/7046/strei ... r-russland


Kolumbien:

Die Fahrer reagieren auf eine Liberalisierung des Transportmarktes. Unter den neuen Bedingungen sehen sie ihren Job als nicht mehr tauglich, ihr Leben und das ihrer Familien zu finanzieren. Streikende Kleinbauern unterstützen den Kampf der Trucker. Als nach 4 Wochen Streik die Regierung zu keinen akzeptablen Zugeständnissen bereit war, beschloß die Gewerkschaft, die wichtigsten Autobahnen zu blockieren. Die Regierung setzt die Armee ein, um die Blockaden zu räumen. Als bei einem Polizeieinsatz ein Trucker durch eine Tränengasgranate getötet wird, werden die Proteste militanter. In mehreren Orten wurden Rathäuser angegriffen, in einem wurde es geplündert und niedergebrannt. Inzwischen hat die US Regierung eine Reisewarnung für Kolumbien ausgegeben.

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Die Lebensmittelpreise explodierten und der Kaffeexport brach ein. Nach 45 Tagen Arbeitskampf knickte die Regierung ein und kam den Forderungen der Fahrer so weit entgegen, daß die Gewerkschaft den Streik für beendet erklärte.


Argentinien
Mehr als 180.000 Trucker sind in den Streik getreten...

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Re: Trucker Selbstorganisierung

Beitrag von Kuddel » 28 Aug 2016, 10:44

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Re: Trucker Selbstorganisierung

Beitrag von Kuddel » 15 Sep 2016, 10:49

Ein Rückblick aus Deutschland.
Die Bucherscheinung "Das bißchen Fahren..." hat nach 3 Jahrzenten noch immer eine Relevanz.


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