Ein Hauch von 1968 weht über Schweizer Unis

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Kuddel
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Ein Hauch von 1968 weht über Schweizer Unis

Beitrag von Kuddel » 13 Nov 2009, 15:20

An Schweizer Universitäten wird wieder mehr politisiert als auch schon: An der Universität Basel halten Studierende seit Mittwoch die Aula besetzt. Sie und Kollegen in ganz Europa fordern unter anderem die Reform der Bologna-Erklärung
LINKE STUDENTENPROTESTE 2009

Im Frühling protestierte die Aktion kritisch-unabhängiger Studierender (Akus) in Basel gegen Präsenzkontrollen, die im Zuge der Bologna-Reform eingeführt wurden und nun offenbar wieder gelockert werden sollen.

Im Mai stürmten Mitglieder einer "Aktion ungehorsamer Studierender" (Aus) in Bern eine Sitzung eines Uni-Gremiums, so dass der Entscheid über die Schaffung eines einheitlichen sozialwissenschaftlichen Bachelor-Lehrgangs verschoben werden musste.

In Zürich verhinderte die Gruppe "Uni von unten" einen Auftritt von Novartis-Chef Daniel Vasella an der Uni. Proteste gab es auch gegen Vorträge von George-W.-Bush-Vordenker Robert Kagan und Nestlé-Präsident Peter Brabeck.
http://www.swissinfo.ch/ger/startseite/ ... 5602&ty=st

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Ryan Bold
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Re: Ein Hauch von 1968 weht über Schweizer Unis

Beitrag von Ryan Bold » 13 Nov 2009, 16:56

Es ist nicht die Schwerkraft, die uns runterzieht.

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bebop
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Re: Ein Hauch von 1968 weht über Schweizer Unis

Beitrag von bebop » 16 Nov 2009, 08:18

Proteste jetzt auch an der Uni Bern
Von Michael Widmer. Aktualisiert vor 59 Minuten

Die Proteste der Studierenden weiten sich aus. Währen die Aktionen in Basel weitergehen, steht in Bern eine erste Kundgebung an.

Am Dienstag wird an Berns Universität demonstriert. Um 16 Uhr startet bei der Unitobler ein Protestmarsch in Richtung Uni-Hauptgebäude. Die Demonstration findet im Rahmen des Internationalen Studententages statt. Es werden verschiedene Rednerinnen und Redner auftreten, später sind Diskussionen und eine Party geplant.
http://www.bernerzeitung.ch/region/kant ... y/17494580

Ich glaube, wenn ich Zeit habe geh ich mal da hin und schau mir das vor Ort an.
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bebop
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Re: Ein Hauch von 1968 weht über Schweizer Unis

Beitrag von bebop » 19 Nov 2009, 12:27

In Bern ist die Aula der Uni nun seit 2 Tagen besetzt. Nach einer Demonstration am Dienstag wurde der 'edle' Raum spontan um 17:30 von etwa 150 Studis in Beschlag genommen. Einige übernachteten dort. Gestern Mittwoch Abend wurden die definitiven Forderungen diskutiert, und von etwa 19:30 bis Mitternacht waren deutlich über 100 Leute anwesend. Zürich ist am selben Abend auch besetzt worden, in Genf und Fribourg gab es Diskussionsveranstaltungen. Einige Infos sind auf http://www.unsereuni.ch/ zu finden, wer sich facebook antut kann dort der Gruppe "besetzte universität bern" beitreten

Ich hab mal ein paar Flugblätter eingescant:

Flugblatt der Besetzenden mit ersten Forderungen.

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Heutiges Tagesprogramm (Donnerstag)

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"Die gespaltene Identität der Universität" - Stellungnahme einer Einzelperson (Thomas Phillip, Theologe und Leiter der Katholischen Universitätsgemeinde aki). Es ist die interessanteste Stellungnahme die ich bis jetzt gesehen habe.

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bebop
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Re: Ein Hauch von 1968 weht über Schweizer Unis

Beitrag von bebop » 22 Nov 2009, 15:25

Hier die Forderungen der Berner Unibesetzung: http://www.unsereuni.ch/bern/communique ... -uni-bern/
Es gibt auch eine Erklärung der Lernenden und Forschenden: http://www.unsereuni.ch/erklarung-der-l ... rschenden/
Communiqué der BesetzerInnen der Uni Bern

In der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung werden alle Bereiche des Lebens zunehmend ökonomischen Zwängen ausgesetzt. Der Produktivitätsdruck zeigt sich vor allem in der Arbeitswelt. Die geplante Revision des Arbeitslosengesetztes ist ein aktuelles Beispiel dieses gesellschaftlichen Prozesses. Sie beinhaltet Zwang zu mehr Leistung unabhängig von Fähigkeiten und äusseren Bedingungen und führt den kontinuierlichen Sozialabbau fort. Unter dieser Entwicklung leiden auch unser Bildungssystem und wir Studierende.

Die Besetzenden der Aula der Uni Bern sind sich darin einig, dass der gegenwärtige Trend umgekehrt werden muss. Statt Ökonomisierung und Verschulung fordern wir eine freie Bildung und eine demokratische Uni. Veränderungen sind in verschiedenen Bereichen nötig, nicht nur in der Unigesetzgebung und deren Organisation, sondern auch im alltäglichen Unibetrieb.


Wir fordern freie Bildung für alle:

Erarbeitung von Teilzeitstudienplänen.

Stipendienrevision (gesamtschweizerische Harmonisierung, Erhöhung: Deckung der Lebenskosten).

Keine Zulassungsbeschränkungen, weder offen (wie der Numerus Clausus), noch versteckt.

Weniger Pflichtveranstaltungen -> Mehr Wahlmöglichkeiten.

Wir fordern eine demokratische Universität:

Paritätische Mitbestimmung von ALLEN auf ALLEN Ebenen (Studierende, aber auch Mittelbau/ Sekretariate/ Putzpersonal etc.)

Der Senat bleibt das oberste Organ der Universität.

Freier Informationsfluss (Keine Geheimhaltungspflicht von VertreterInnen gegenüber den von ihnen Vertretenen)

Transparenz bei der Geldverteilung an Fakultäten und Institute.

Öffentliche Stellenausschreibung und Transparenz bei der Stellenbesetzung auf allen Stufen

Wir kämpfen gegen die Ökonomisierung der Bildung:

Kein Unibeirat!

Keine Studienzeitbeschränkungen

Erhaltung und Ausbau der Diversität von Lehre und Forschung

Fairness bei der Geldverteilung an Fakultäten und Institute

Mehr öffentliche Mittel für die Bildung

Keine Fokussierung auf marktgerechte Ausbildung

Keine Ausrichtung auf Exzellenz

Reintegration der „geoutsourcten“ Teile der Uni (Putzpersonal, Mensen etc.)

Wir kämpfen gegen die Verschulung und daher für:

Klar kommunizierte Bewertungskriterien (Transparenz der Anforderungen, Bewertungen und detaillierte Rückmeldungen)

Grössere Mobilität zwischen Fakultäten, Unis in der Schweiz und weltweit

Freie Fächerkombination (Keine Pflichtmonofächer und Pflichtnebenfächer)

Abschaffung der Präsenzpflicht

Die durch die Besetzung der Aula geschaffene Plattform soll dazu dienen, die festgelegten Forderungen weiter zu diskutieren zu konkretisieren und umzusetzen. Wir laden alle Beteiligten ein, an der Diskussion über die Umsetzung dieser Punkte teilzunehmen.

SOLIDARITÄT MIT ALLEN STUDIERENDENPROTESTEN.
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bebop
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Re: Ein Hauch von 1968 weht über Schweizer Unis

Beitrag von bebop » 26 Nov 2009, 15:17

Showdown in der Aula der Uni Bern
Von Christian Brönnimann.
Rektor Würgler und Erziehungsdirektor Pulver diskutierten gestern Abend mit den Besetzern.

Die Besetzung der Aula des Hauptgebäudes der Uni Bern ist nach acht Tagen zu Ende. Gestern Abend fand eine finale, knapp zweistündige Podiumsdiskussion mit Universitätsrektor Urs Würgler und Erziehungsdirektor Bernhard Pulver statt. Das Podium war eine Forderung der Protestierenden. Im Gegenzug haben sie versprochen, die Aula bis heute Morgen zu verlassen.
http://www.derbund.ch/bern/Showdown-in- ... y/27371204
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Kuddel
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Re: Ein Hauch von 1968 weht über Schweizer Unis

Beitrag von Kuddel » 05 Mär 2012, 19:59

150 Studierende protestieren
Demonstration gegen geplante Erhöhung der Studiengebühren in Zürich


Bild

Im Kanton Zürich sollen die Studiengebühren leicht steigen. Einem Aufruf der Gruppierung «Unsere Uni» und er «Juso» zum Protest dagegen auf der Strasse sind am Montagabend gerade einmal 150 Studierende gefolgt.


wbt. Rund 150 Studierende haben am Montagabend vor der Universität Zürich unter dem Banner «Keine Uni nur für Reiche» gegen die von Bildungsdirektorin Regine Aeppli angekündigten Erhöhung der Studiengebühren protestiert. Zur Demonstration aufgerufen hatten die Gruppierung «Unsere Uni», der sich die Juso Kanton Zürich anschloss. Der Juso-Sprecher wertete den Aufmarsch angesichts der kurzen Vorbereitungszeit als «grossartiges Zeichen». Zur Erinnerung: Allein an der Universität sind über 25 000 Studierende eingeschrieben.
Ausgeflogener Universitätsrat

Bereits am vergangenen Freitag hatte die Studierendenorganisationen der Zürcher Hochschulen in einer gemeinsamen Mitteilung die Gebührenerhöhungen um rund 160 Franken an der Universität und in ähnlich geringem Umfang an den Fachhochschulen scharf kritisiert (NZZ 3. 3. 12). Beschlossen waren die Erhöhungen aber noch nicht. Im Fall der Fachhochschulen ist der Regierungsrat zuständig, der am kommenden Mittwoch tagt. Danach erst will die Bildungsdirektion zur Sache Stellung nehmen.

Hingegen tagte der Universitätsrat am Montag zur Zeit der Demonstration. Die 150 Protestierenden wollten denn auch vor den Sitz des Rektorats ziehen, wo sie diesen tagend wähnten. Erst unterwegs wurden sie allerdings mit der Tatsache konfrontiert, dass der Bildungsrat sich einen anderen Tagungsort ausgesucht hatte. Das Gremium habe angesichts des Protests offenbar kalte Füsse bekommen, hiess es über Megafon. Und man lud das «undemokratische», weil nicht öffentlich tagende Gremium unter dem Vorsitz der Bildungsdirektorin ein, draussen inmitten des Protestzugs zu verhandeln.
Zug zur Bildungsdirektion

Der Einsicht folgend, dass der Einladung kaum Folge geleistet werde, entschied die man sich schliesslich zum Marsch durch das Niederdorf, den Limmatquai, über das Central zum Sitz der Bildungsdirektion. Dort wollte man gegen die allgemeine «Prekarisierung in der Bildung» Zeugnis ablegen. Der Versuch, ins Gebäude vorzudringen, scheiterte aber.

Zum Protest kam es, nachdem Regine Aeppli vor einer Woche Vertreter der studentischen Organisationen der Universität, der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, der Zürcher Hochschule der Künste und der Pädagogischen Hochschule Zürich über die Pläne zur massvollen Erhöhung der Gebühren vorinformiert hatte.


http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/s ... 46337.html

ZenMaster
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Re: Ein Hauch von 1968 weht über Schweizer Unis

Beitrag von ZenMaster » 23 Okt 2012, 14:48

Kuddel hat geschrieben:
An Schweizer Universitäten wird wieder mehr politisiert als auch schon: An der Universität Basel halten Studierende seit Mittwoch die Aula besetzt. Sie und Kollegen in ganz Europa fordern unter anderem die Reform der Bologna-Erklärung
LINKE STUDENTENPROTESTE 2009

Im Frühling protestierte die Aktion kritisch-unabhängiger Studierender (Akus) in Basel gegen Präsenzkontrollen, die im Zuge der Bologna-Reform eingeführt wurden und nun offenbar wieder gelockert werden sollen.

Im Mai stürmten Mitglieder einer "Aktion ungehorsamer Studierender" (Aus) in Bern eine Sitzung eines Uni-Gremiums, so dass der Entscheid über die Schaffung eines einheitlichen sozialwissenschaftlichen Bachelor-Lehrgangs verschoben werden musste.

In Zürich verhinderte die Gruppe "Uni von unten" einen Auftritt von Novartis-Chef Daniel Vasella an der Uni. Proteste gab es auch gegen Vorträge von George-W.-Bush-Vordenker Robert Kagan und Nestlé-Präsident Peter Brabeck.
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Das war aber wirklich nur ein Hauch von 1968. Früher setzten sich die Studenten motivierter für ihre Rechte ein. Heutzutage ist das alles eher schwach :(

jadel
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Re: Ein Hauch von 1968 weht über Schweizer Unis

Beitrag von jadel » 17 Jul 2013, 09:49

Leider ja. Da muss ich dir total recht geben. Habe irgendwie das Gefühl es wird immer lascher.
Rede gerne mit und sage meine Meinung. Besonders bei Gesundheitsthemen immer wieder Aktiv.PM mir ;)

melmando
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Re: Ein Hauch von 1968 weht über Schweizer Unis

Beitrag von melmando » 30 Okt 2020, 08:23

es hört nicht auf, mich zu überraschen

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