Ausbildungsfirlefanz

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Ryan Bold
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Re: Ausbildungsfirlefanz

Beitrag von Ryan Bold » 03 Sep 2009, 12:42

Die Gründe für meine Verachtung des Studenten sind ganz anderer Art. Sie betreffen nicht nur sein wirkliches Elend, sondern seine Gefälligkeit gegenüber jedem Elend, seine ungesunde Neigung, glückselig Entfremdung in der Hoffnung zu konsumieren, angesichts allgemeiner Interessenlosigkeit das Interesse auf seinen eigenen Mangel zu lenken. Der moderne Kapitalismus bewirkt zwangsläufig, daß der größte Teil der Studenten ganz einfach zu kleinen Kadern wird. Gegenüber dem elenden, leicht vorauszuahnenden Charakter dieser mehr oder weniger nahen Zukunft, die ihn für das schmachvolle "Elend der Gegenwart" entschädigen soll, zieht der Student es vor, sich seiner Gegenwart zuzuwenden, und sie mit illusorischem Prestige auszuschmücken.

Da für ihn noch einige Krümel vom Prestige der Universität abfallen, freut sich der Student immer noch, Student zu sein. Zu spät. Der mechanisierte und spezialisierte Unterricht, den er empfängt, ist ebenso heruntergekommen wie sein eigenes intellektuelles Niveau im Augenblick seines Studienantritts, aus der einzigen Tatsache heraus, daß das alles beherrschende ökonomische System die Massenhestellung ungebildeter und zum Denken unfähiger Studenten verlangt. Der Student ignoriert, daß die Universität zu einer - institutionalisierten - Organisation des Unwissens geworden ist, daß die "hohe Kultur" selbst sich im selben Tempo wie die Serienproduktion von Professoren auflöst, daß alle Professoren Kretins sind, von denen die meisten sich vor jedweder Gymnasialklasse blamieren würden.
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bebop
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Re: Ausbildungsfirlefanz

Beitrag von bebop » 04 Sep 2009, 21:26

@ Auti
Das glaube ich auch, allerdings kenn ich ihn nicht persöhnlich. Aber wahrscheinlich CVP.

SO'N SCHEISS :lol:

Er schreibt (ich glaube nicht, das du so redest @Ryan Bold), eher ... achtung jetz kommts ... kulturkritisch. Mit irgendwie marxistischen Begriffen wie Ökonomie, moderner Kapitalismus, Institution und son Zeugs. Solche Dinge existieren tatsächlich :shock: , sie sind sogar ziiemlich bestimmend.

Und für einen Politiker würde wohl auch nicht verstanden werden, bzw. wer schnallt, was er sagt, schnallt, das das nicht in Richtung Politikerkarriere gehen kann. Auti, du hast wieder mal gar nichts begriffen :mrgreen:
Zuletzt geändert von bebop am 05 Sep 2009, 19:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Ryan Bold
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Re: Ausbildungsfirlefanz

Beitrag von Ryan Bold » 05 Sep 2009, 15:24

Auf die beiden offensichtlichen Fake-Accounts weiter oben habe ich lediglich einige Auszüge aus dem Text «Das Elend im Studentenmilieu» der Situationistischen Internationale gepostet. Der ganze Text findet sich hier:

http://www.bildungskritik.de/Texte/Elen ... denten.htm

Ich habe kein Interesse mit Internetaccounts in Diskussion zu treten, die ganz offensichtlich zur Provokation geschaffen wurden. Dass ich deswegen in Politikerjargon verfallen würde ist gleich doppelt falsch:
1. Ist der Politiker heute aufgerufen seine Gedanken nicht nur möglichst einfach darzustellen, sondern den Gedanken selbst auf einem möglichst banalen Niveau zu halten.
2. Ist der Inhalt des von mir Geposteten gegen diese Gesellschaft gerichtet.
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Ryan Bold
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Re: Ausbildungsfirlefanz

Beitrag von Ryan Bold » 06 Sep 2009, 00:28

Es ist sehr gut, ein Selbstvertrauen wie deines zu besitzen und zu wissen, dass der andere sowieso verlieren würde. Sowas fördert die Ellbogen, die man bei der täglichen Konkurrenzscheisse so braucht. Dass alle anderen eben jene Ellbogen abbekommen, kann man dann ja aus der sicheren Chefetage nochmals anschauen. Und genau aus dieser irrealen Perspektive spricht deine «Provokation» für die du ja immerhin drei Accounts anlegen musstest. Ein Provokation ist aber nur gelungen, wenn man auf ihren Inhalt eingeht und nicht bloss einen Text postet im Wissen, dass sich da ein weiteres Exemplar der im Internet recht verbreiteten Gattung «Troll» einen Spass erlaubt. Ich weiss auch nicht genau, wie ich ernsthaft auf deinen Eingangsbeitrag antworten soll. Vermutlich soll der ja eine Simulation der Gedankenvorgänge eines durchschnittlichen «Büzers» sein, darum ja auch deine Frage, was denn ein solcher von der Bildung in der Schweiz denkt. Mal davon abgesehen, dass du wohl eher das hinterwäldlerische Denken eines von der Automatisierung verschonten Bauern im hinteren Ämmital wiedergibst, lässt dieses In-die-Köpfe-Schauen viel eher einen Schluss zu über deine geistige Verfassung als über das Denken des «Grossteil dieser Büezer». Aber sag doch nochmals langsam und für einen Verlierer wie mich nachvollziehbar: Was denkt denn der Grossteil dieser Büzer? Ich werd dir auch gerne etwas antworten.
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Re: Ausbildungsfirlefanz

Beitrag von admin » 14 Sep 2009, 00:15

Nicht schlecht, das sieht ja schon fast wie eine Diskussion aus. Zumindest legt ihr langsam euer Provo-Comedy-irgendwas und Antiprovo-reflex Verhalten ab. Gegenseitiger Respekt ist die Grundlage für alles menschliche - und jeder ist gleichviel wert. Ihr würdet mit einem Menschen direkt auch nicht so umgehen.

Aber hört jetzt nicht auf, es beginnt nähmlich erst interessant zu werden. Das Thema ist somit

so offen wie noch nie.

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Re: Ausbildungsfirlefanz

Beitrag von Ryan Bold » 16 Sep 2009, 13:25

Auti: Was du jetzt grossartig als "Gesellschaftstheorie" meinerseits bezeichnest, das ist doch nicht weniger, als der blosse Versuch sich die Gesellschaft mal ohne den ganzen ideologischen Ballast anzuschauen, der uns so tagtäglich begegnet. Ich würde ja im Gegenteil behaupten, dass nicht die Befassung mit der Gesellschaft ein Problem ist, sondern dein von theoretischer Reflexion gänzlich befreites "den Leuten in den Kopf schauen". Woher weisst du denn, wer wie und wieso mit was zufrieden ist? Das sind doch blosse Spekulationen. Natürlich hat die Behauptung, die Leute würden Verantwortung heute leiber abgeben eine gewisse Plausibilität. Aber das Ding ist doch, dass man diese "Beobachtunge" (trifft ja auch nur bestimmte Gruppen) auf den gesellschaftlichen Rahmen bezeihen muss. Sprich: Natürlich macht es keinen Sinn, wenn ich mit einem bestimmten Lohn zu einer ganz spezifischen Tätigkeit angestellt werde, mir auch noch das Hirn des Chefs zu zerbrechen. Da schaut am Ende ja bloss Nervenflattern, Zurechtweisung wegen Kompetenzverletzung und allenfalls eine Bestrafung wegen Fehler raus. Anders sähe das doch aus, wenn die Gesellschaft so organisiert wäre, dass die Veratwortung des Einzelnen über die Gesellschaft auf ihn selbst zurückfällt. Dass also das Interesse an meinem eigenen Vorankommen/Wohlsein mit dem Übernehmen von Verantwortung in eins fällt.
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Re: Ausbildungsfirlefanz

Beitrag von Ryan Bold » 16 Sep 2009, 22:34

Daran, dass ich kein Interesse habe, mich auf der Ebene von Spekulation und Dafürhalten mit dir zu unterhalten. Das Wesentliche meines Beitrages war nicht das Polemische, worauf du dich ausschliesslich bezogen hast. Wieso wohl? Sondern das hier:
Aber das Ding ist doch, dass man diese "Beobachtungen" (trifft ja auch nur bestimmte Gruppen) auf den gesellschaftlichen Rahmen bezeihen muss. Sprich: Natürlich macht es keinen Sinn, wenn ich mit einem bestimmten Lohn zu einer ganz spezifischen Tätigkeit angestellt werde, mir auch noch das Hirn des Chefs zu zerbrechen. Da schaut am Ende ja bloss Nervenflattern, Zurechtweisung wegen Kompetenzverletzung und allenfalls eine Bestrafung wegen Fehler raus. Anders sähe das doch aus, wenn die Gesellschaft so organisiert wäre, dass die Veratwortung des Einzelnen über die Gesellschaft auf ihn selbst zurückfällt. Dass also das Interesse an meinem eigenen Vorankommen/Wohlsein mit dem Übernehmen von Verantwortung in eins fällt.
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Re: Ausbildungsfirlefanz

Beitrag von Ryan Bold » 16 Sep 2009, 23:33

Auti
Zum Beispiel wie autoritätsgläubig die Menschen sind. Sie sind froh, keine oder nur wenig Verantwortung zu tragen, diese abgeben zu können
Auti:
beschränken sich meine Gespräche auf mein berufliches Umfeld, (...) habe auch nur von Erfahrungen berichtet, keine Tatsachen aufgestellt oder es gar gewertet!
Dann musst du aber genauer schreiben, ich seh dir nämlich nicht in den Kopf und so sieht das doch einfach nach einem Widerspruch aus.
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Re: Ausbildungsfirlefanz

Beitrag von Rude E » 17 Sep 2009, 00:16

@ Ryan Bold
Deine Verachtung der Studenten und Studentinnen fusst möglicherweise auf einem Bild, das schon zur Zeit der Situationistischen Internationalen falsch war, dem Bild nämlich, dass es sich bei dem Studenten oder der Studentin um eine Person handelt, die es eigentlich wissen müsste, die es zumindest einmal gewusst hat. Die Situs schreiben doch selber:
Die Inszenierung der Verdinglichung zum Spektakel innerhalb des modernen Kapitalismus zwingt jedem eine Rolle in der generalisierten Passivität auf. Der Student entgeht diesem Gesetz nicht. Es ist eine provisorische Rolle, die ihn auf die endgültige vorbereitet, die er als positives und bewahrendes Element im Warensystem erfüllen wird. Nichts anderes als ein Einführungsritus.
Die Studentinnen und Studenten sind also dieselben dummen oder zugerichteten Wesen, wie alle anderen Menschen im Kapitalismus auch. Sie haben höchstens noch eine gewissen Schonzeit, bis ihnen selbst diese Tatsache bewusst würde, wenn sie denn überhaupt gewillt wären, sich dieser Tatsache bewusst zu werden. Letzteres suggeriert zumindest folgender Teilsatz aus "Über das Elend im Studentenmilieu":
Der Student ignoriert, daß die Universität zu einer - institutionalisierten - Organisation des Unwissens geworden ist
Wieso geworden ist? Weshalb ignoriert? Wie soll denn, bitte sehr, die Universität nicht eine institutionalisierte Organisation des Unwissens sein, gerade in Anbetracht dessen, dass die Universität erstens eine Institution ist, und zweitens von jeher von der herrschenden Klasse oder vom herrschenden System finanziert wurde? Und das "der-Student-ignoriert" gesteht dem Studenten oder der Studentin zu, er oder sie könnte es eigentlich besser. Wieso könnte sie oder er es denn besser? Weil zu Höherem geboren? Nein, es sind wir doch alle dieselben funktionierenden Rädchen in diesem System, ob Student, Stift oder Langzeitarbeitsloser. Der Student oder die Studentin gehört ziemlich sicher zur Gewinnerseite unseres Systems, und damit hört meine Analyse des "Studentenmilieus" auch schon auf. Darüber hinaus machen sich sowohl Studierende als auch Nicht-Studierende etwas vor, was die Erquicklichkeiten und Perspektiven, welche von Staat und Kapital geboten werden, betrifft.
Wer jedoch seine Verachtung des Studentenmilieus zelebrieren möchte, schaue sich einfach folgenden Link an:
Wer sind die Schönsten auf dem Campus

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Re: Ausbildungsfirlefanz

Beitrag von Ryan Bold » 17 Sep 2009, 17:31

Frage 1: Nein
Frage 2: Daran, dass ich kein Interesse habe, mich auf der Ebene von Spekulation und Dafürhalten mit dir zu unterhalten.
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