Ausbeutung auf dem Glarner Bau

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Kuddel
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Ausbeutung auf dem Glarner Bau

Beitrag von Kuddel » 11 Jun 2018, 14:12

Ausbeutung auf dem Glarner Bau?

Lohndumping auf Glarner Baustellen alarmiert die Gewerkschaften. Mehr noch: Auch seriöse Glarner Unternehmen verlieren dabei viel.


Der Lieferwagen mit Kennzeichen aus fernen Kantonen oder Ländern. Das ist oft das Signal, dass nicht mehr stolze Glarner Handwerker an der Arbeit sind, sondern Billigarbeiter aus Tieflohnländern. Mehr und mehr geraten ihretwegen seriöse Firmen unter Druck, die gesetzeskonform ihre Arbeiter bezahlen und Sozialversicherungsbeiträge abliefern. So lauten die Aussagen aus den zwei Branchen der Gipser und Plattenleger. Besonders anfällig sind offenbar Gewerbe, die man mit kleinen Investitionen betreiben kann und bei denen kaum Installationen amtlich kontrolliert werden.

Kontrollen finden zwar statt, aber nach verbreiteter Meinung zu wenige. Noch dazu sind sie nicht etwa umfassend, sondern zersplittert auf die unterschiedlichsten Stellen: Arbeitsinspektorat, Unfallversicherung, Gewerkschaft, Sozialversicherungen und die sogenannte tripartite Kommission. Jede Stelle kümmert sich nur um einen Teil des Problems. Wird die Polizei eingeschaltet, so kann sie oft nur Ausweise kontrollieren, muss sich aber so wenig um die Einhaltung von Mindestlöhnen kümmern wie der Arbeitsinspektor.

Sie unterbieten ehrliche Firmen


Weil die Arbeiter aus Tieflohnländern im Osten der EU stammen, sind sie anfällig für Lohndumping – und werden laut Gewerkschaft oft mit Löhnen abgespeist, die teils weit unter den Verträgen liegen, welche ihre Arbeitgeber bei Kontrollen vorlegen. Treten sie auch noch als angeblich oder tatsächlich Selbstständige auf, unterbieten sie etablierte Firmen, die faire Löhne zahlen, noch brutaler.

«Das Schlimmste, was zur derzeit wohl allen seriösen Unternehmern –vor allem in der Baubranche – Probleme macht, sind die Scheinselbstständigen», erklärt Mathias Grimm, Seniorchef seiner Plattenleger- und Ofenbaufirma in Netstal. Diese würden grösstenteils aus dem Ausland kommen, meist aus dem EU-Raum, und würden im Akkord arbeiten. «Die wenigsten haben eine Aufenthaltsbewilligung für die Schweiz und arbeiten schwarz», so Grimm weiter.

Diese werden zwar laut Mathias Grimm erwischt, meist auf Grossbaustellen im Grosstadtgebiet. «Passieren wird nicht viel, ein Landesverweis und tags darauf sind sie wieder an einem anderen Ort am Werkeln. Büssen kann man sie kaum, da sie von der Hand in den Mund leben und kaum Vermögen besitzen.» Die Gewerkschaften seien machtlos.
https://www.suedostschweiz.ch/wirtschaf ... larner-bau

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